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Eine Balance zwischen Natur und digitaler Kultur – Heraus- und Überforderung bei Eltern

1 Kommentar schreiben zu Absatz 1 0 Die Zeit der digitalen Kultur hat spätestens seit der Geburt des Internets ihre Gewichtung auf diesem Planeten gefunden. Neben Instanzen wie der Familie, dem Kindergarten oder der Schule leistet auch sie heutzutage ihren Beitrag zur Sozialisierung des Menschen bei. Genau darüber streiten sich Soziologen, Medienforscher und Hirnforscher. Sei es nun ein Gamer, Informatiker, Pfadfinder oder der größte Systemkritiker; die digitale Kultur polarisiert.

2 Kommentar schreiben zu Absatz 2 0

3 Kommentar schreiben zu Absatz 3 0 Der Neurologe Manfred Spitzer behauptet z.B. in seinem Werk: „Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“, dass im Internet mehr gelogen und betrogen werde, als in der realen Welt, und provoziert weiter mit Behauptungen wie:

4 Kommentar schreiben zu Absatz 4 0 „Soziale Online-Netzwerke beeinträchtigen das Sozialverhalten und fördern Ängste und Depressionen. […] Wer eine Playstation verschenkt, verschenkt schlechte Noten und Schulprobleme“.
Völlig ungeachtet dessen, dass auch ein Autor nicht völlig altruistisch sein kann, und in seiner Absicht besorgte Mütter vor den Gefahren des Internets für ihre Kinder präventiv aufklären zu gedenkt, auch seine „kleinen“ Brötchen verdienen möchte, gilt es bei diesen Behauptungen kritisch anzumerken, dass Spitzer nicht ganz Unrecht hat.

5 Kommentar schreiben zu Absatz 5 0 Gleichzeitig möchte ich hierbei einschränken, dass der Autor bei den Gefahren von IST-Zuständen redet, und nicht von Möglichkeiten oder Wahrscheinlichkeiten. Auch wird man nicht den Eindruck los, dass seine Vorstellungen teils populistisch und nicht selten frei von Pseudowissenschaft seien (denjenigen, denen der Autor und seine Vorträge bekannt sind, können dem zustimmen).
Kommen wir zu der Anmerkung der Möglichkeiten und Gefahren der Medien zurück.
Entgegen aller Statistiken, obgleich in ihrem Bestreben objektiv und wissenschaftlich gültig sein zu wollen, subjektiver Natur sind, und stets mit einem Zweck verbunden sind, möchte ich nicht behaupten, dass Medien Kinder und unsere Wenigkeiten süchtig machen.
Sie können es aber. Hier gilt es anzusetzen.
Es obliegt in erster Linie der Erziehung, sei es seitens der Eltern oder einer Bildungseinrichtung wie der Schule, inwiefern ein Kind seinen Platz in der digitalen Kultur einnimmt. Unabhängig davon, welche „bösen“ Absichten nun der Hersteller eines „Ballerspiels“ hat, sollte es die Herausforderung und Aufgabe zugleich der Erzieher sein, Kinder auf Gefahren nicht nur hinzuweisen, sondern diese auch bewusst zu zeigen. So wie es Rousseau andeutete, dem Knaben nicht nur eine Weltkarte zu zeigen, sondern auch Orte und Länder zu besuchen, damit das Kind hautnah und bewusst lernen kann, sollte der Umgang mit Medien bewusster und reflektierter erlernt werden. Da ich kein Fan von Extremen bin, empfehle ich den Weg der Mitte, welchen das Individuum zwischen den Polaren der digitaler Kultur und der Natur gehen sollte.
Dies sollte dann auch schon von Klein an auf beginnen. Den Erziehern sollte es möglich sein, Kindern Freiraum zum Spielen im Sandkasten als auch dem digitalen Konstruieren einer Stadt in der App „Hoopa City“ zu gewähren. Kinderfreundliche Applikationen können dazu beitragen, dass das Gehirn AKTIV angeregt wird und rationale Segmente, wie Kreativität, Logik oder Erinnerungsvermögen verstärkt werden. Dass der Trend in eine andere Richtung umschwenken kann, und zugegebenermaßen heute gesellschaftliche Probleme hervorruft, liegt an einem unreflektierten Konsumverhalten und oft auch Überforderung bei Eltern, die sich nicht Zeit und Lust nehmen können/wollen, gemeinsam mit ihren Kindern eine gesunde Balance zwischen diesen Dichotomien zu ersuchen. Oft wird thematisiert, dass zwei Generationen samt Habitus und Megatrends, insbesondere bei solchen Sachverhalten, aufeinanderprallen. Dass die korrelative Möglichkeit besteht, dass Generationen voneinander lernen können, kommt mir bei kritischen Auseinandersetzungen mit Medien zu kurz.
Ein Schüler, der bereits früh in der Schule im Informatik-Unterricht mit Begriffen, wie „Update“, oder Kenngrößen wie „Kilobyte, Megabyte, Gigabyte“ konfrontiert wird, verfügt über die Möglichkeit, seine Eltern über solche Größen aufzuklären, sei es beim Einkauf einer Speicherkarte, oder einem Update für „whatsapp“, welches derart viel Speicherkapazität in dem von der Mutter neu erlangtem iPhone 6 einnimmt, und sie sich wundert, wieso sie denn keine neuen Bilder mehr aufnehmen kann.

Quelle:https://gibro.de/blogs/medienprojekt1415/?p=679