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„Ego-Shooter = Amokläufer“

1 Kommentar schreiben zu Absatz 1 0 Die Verunsicherung vieler Eltern ist in Sachen Medien riesig: Gibt man bei Google  kurze Schlagwörter wie „PC ab wann ok für Kinder?“ ein, dann werden in diesem Falle 115.000.000 Treffer angezeigt. Die Informationen stammen von vielfältigen Seiten, denn von Elternforen und Zeitungsartikeln bis hin zu (professionellen) Elternratgebern ist alles dabei.

2 Kommentar schreiben zu Absatz 2 0 Die Frage ist jedoch: Warum sind Eltern so verunsichert und haben Angst, etwas falsch zu machen? Warum verlassen sie sich nicht auf ihre Intuition und entscheiden nach Bauchgefühl?

3 Kommentar schreiben zu Absatz 3 0 Die Gesellschaft suggeriert oft etwas anderes: Das Bauchgefühl kann in Sachen Medien nur versagen, denn Medien zählen eindeutig zur „dunklen Seite der Macht“. Sie sind unberechenbar und schaden irgendwann jedem Menschen.

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5 Kommentar schreiben zu Absatz 5 0 Amokläufe

6 Kommentar schreiben zu Absatz 6 0 Nehmen wir das Beispiel Amoklauf, was sehr tragisch ist und in diesem Beispiel keinesfalls verharmlost werden soll. Gibt man bei Google „Ursachen Amoklauf Killerspiel“ ein, so trifft man zwangsläufig an zweiter Stelle auf einen Artikel des Spiegel Onlines, der da lautet: „Bluttat von Winnenden: Amokläufer verbrachten Abend vor der Tat mit Killerspiel„.

7 Kommentar schreiben zu Absatz 7 0 Der Leser schafft sofort eine kausale Verbindung zwischen dem Thema „Ballerspiele“ und dem einem Amoklauf. Kurz und spitz ausgedrückt bedeutet das für viele Menschen in unserer Gesellschaft: Menschen, die solche Spiele konsumieren, werden irgendwann alle Amokläufer und reißen damit viele unschuldige Menschen in den Tod.

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9 Kommentar schreiben zu Absatz 9 0 https://i2.wp.com/polpix.sueddeutsche.com/bild/1.1172907.1355536981/860x860/counterstrike.jpg?resize=851%2C633

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11 Kommentar schreiben zu Absatz 11 0 Die elterliche Verantwortung

12 Kommentar schreiben zu Absatz 12 0 Weiter im Artikel heißt es: „Hamburg – Die Auswertung von K.s Rechner ergab demnach, dass der Teenager am Abend vor dem Amoklauf gegen 19.30 Uhr das Spiel startete und den PC schließlich gegen 21.40 Uhr ausschaltete. Bei „Far Cry 2“ handelt es sich um einen sogenannten Ego-Shooter, bei dem der Spieler die Aufgabe hat, in einem fiktiven, afrikanisch erscheinenden Land einen skrupellosen Waffenhändler zu eliminieren. Das Spiel hat keine Jugendfreigabe, der Minderjährige Tim K. hätte es also gar nicht besitzen dürfen.“

13 Kommentar schreiben zu Absatz 13 0 Hier spricht der Artikel die Verantwortung der Eltern an, die im Falle von Tim K. laut des Spiegel Onlines deutlich versagt hätte. Reduzieren wir solche Angaben wieder auf das Minimum bedeutet dies, dass Tim K.s Eltern Schuld am Amoklauf seien, weil sie nicht genauer kontrolliert hätten, was Tim auf seinem Computer spiele. An dieser Stelle wird natürlich nicht erwähnt, dass Amokläufe auch ganz andere Ursachen haben können.

14 Kommentar schreiben zu Absatz 14 0 Bezogen auf die bereits erwähnten verunsicherten Eltern lässt sich hier ein Rückschluss ziehen: Die Gesellschaft bezieht schreckliche Ereignisse wie Amokläuft (beinahe) ausschließlich auf sogenannte „Ballerspiele“. Ich bin mir bewusst, dass einige Zeitungen zeigen auch andere Ursachen aufzeigen, aber ich beziehe mich in diesem Artikel zur Veranschaulichung ausschließlich auf Zeitschriften, die die Ursachen von Amokläufen mit dem Konsum solcher Spiele erklären.

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16 Kommentar schreiben zu Absatz 16 0 Was ist (nicht) zu tun?

17 Kommentar schreiben zu Absatz 17 1 Den Eltern ist in diesem Falle (bezogen auf ihre Verunsicherung) also kaum etwas vorzuwerfen, jedoch bin ich der Meinung, dass sie sich genauer informieren sollten, anstatt dem erstbesten Artikel zu vertrauen und sich daraus ihre Meinung zu bilden. Es ist für mich persönlich widersprüchlich alles richtig machen zu wollen, sich dann aber mit derartigen Zeitungsartikeln zufrieden zu geben: Es ist schlüssig, dass jedes Elternteil nur das Beste für das eigene Kind möchte, aber ich plädiere hiermit für eine intensivere Auseinandersetzung für das Thema.

18 Kommentar schreiben zu Absatz 18 0 In vielen Fällen verlassen sich Eltern auf ihr Bauchgefühl und auf ihr persönliches Empfinden, denn Erziehung ist immer subjektiv und es gibt kein richtig oder falsch. Bevor sich viele Eltern in das Thema einlesen, sollten sie sich ihrer persönlichen und unvoreigenommenen Meinung über das Thema bewusst werden: Bin ich wirklich der Meinung, dass ausschließlich derartige Spiele zu einer solchen Tat führen können?

19 Kommentar schreiben zu Absatz 19 0 Wichtig zu wissen ist, dass es auch andere Artikel zu diesem unstrittenem Thema gibt. Hier ist ein Beispiel der Sueddeutschen, die das Thema aus einem anderen Blickwinkel darstellt.

20 Kommentar schreiben zu Absatz 20 1 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich als angehende Erziehungswissenschaftlerin für eine intensivere Auseinandersetzung bei elterlicher Verunsicherung mit diesem Thema plädiere: Viele Eltern stehen unsicher vor dem Windelregal im Supermarkt und wägen ab, welche Windel nun die passendste sei. Warum aber genügt ein Zeitungsartikel, damit sich Eltern eine Meinung über Themen wie Amokläufe im Bezug auf den Medienkonsum von Kindern bilden? Warum geben sich Eltern mit der Meinung eines Redakteurs zufrieden, der der Meinung ist, dass „Ballerspiele“ zu Amokläufen führen?

21 Kommentar schreiben zu Absatz 21 0 Mein Ratschlag für alle verunsicherten Eltern ist kurz und knapp gesagt: Lasst Ratschläge Ratschläge sein und verlasst euch auf das eigene Bauchgefühl, denn damit kann niemand falsch liegen!

Quelle:https://gibro.de/blogs/medienprojekt1415/?p=514