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Smartphone ohne Internet?

1 Kommentar schreiben zu Absatz 1 0 2 Wochen ohne WLAN

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3 Kommentar schreiben zu Absatz 3 0 In diesem Beitrag möchte ich von meinen Erfahrungen von der Nutzung eines Smartphones berichten. Da jeder zweite in Deutschland (Stand Mai 2014) ein Smartphone besitzt, könnte hier verständlicherweise die Frage aufkommen, warum gerade meine Erfahrungen interessant seien sollten. Nun, ich vergaß zu erwähnen, dass ich von meiner Nutzung eines Smartphones ohne die Fähigkeit, ins Internet gehen zu können, berichten möchte. Klingt schon bizar, denn eigentlich haben wir doch gerade so ein Gerät, um damit ins Internet gehen zu können. Laut der Definition des Duden, ist die Internetfähigkeit jedoch keine Grundvoraussetzung. Dort wird ein Smartphone definiert als ein „Mobiltelefon, das sich von einem klassischen Mobiltelefon durch ein größeren [Touchscreen]bildschirm und zusätzliche Funktionen wie GPS und die Möglichkeit, Apps daraufzuladen, unterscheidet“. Das natürlich bei der Möglichkeit, Apps zu laden, die Nutzung des Internets unumgänglich ist, wird für einen Laien allein durch die Definition nicht deutlich. Ist es denn überhaupt möglich bzw. sinnvoll, ein Smartphone zu nutzen, ohne mit dem Internet verbunden zu sein? Diese Frage soll im Folgenden geklärt werden und damit die Möglichkeiten und Grenzen eines Smartphones ohne Internetanschluss aufgezeigt werden.

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5 Kommentar schreiben zu Absatz 5 0 Weit weg

6 Kommentar schreiben zu Absatz 6 0 Letztes Jahr im Sommer bin ich für 2,5 Monate nach Namibia in Afrika gereist. Dort habe ich an einer Grundschule ein Praktikum absolviert und bin anschließend noch gereist. Durch den im Vorfeld entstandenen Kontakt zu meinen Ansprechpartnern vor Ort, wusste ich, dass es wohl irgendwie die Möglichkeit geben musste, ins Internet zu kommen. Ich stellte mich allerdings trotzdem darauf ein, keinen Internetzugang zu bekommen und nahm deshalb kein Tablet und auch kein Laptop mit. Lediglich mein Smartphone begleitete mich, damit ich dort (mit einer namibischen Nummer) telefonieren konnte. Überraschenderweise gab es da doch WLAN. Allerdings kann man die Verbindung nicht mit einem High-Speed-Datenvolumen vergleichen, dass wir hier in Deutschland gewohnt sind. Ich musste meistens direkt neben dem Router stehen, damit überhaupt eine Verbindung aufgebaut wurde. Dieser befand sich jedoch in dem Gemeinschaftsraum des Gästehauses. Was bedeutete das für die Nutzung meines Smartphones? Skype-Telefonate mit meinen Eltern konnte ich vergessen, dafür war die Verbindung zu schlecht. WhatsApp-Sprachnachrichten brauchten 20 Minuten um hoch oder runter geladen zu werden und Videos brauchte man gar nicht erst versuchen zu laden. Aber eigentlich hatte ich ja auch andere Dinge zu tun, als vor meinem Handy zu sitzen. Aber abends, wenn es dunkel ist, man alleine auf seinem Zimmer sitzt und nun mal keinen Laptop und kein Fernseher zur Verfügung hat, das Buch einem zu anstrengend ist, man bereits abgespült und aufgeräumt hat, dann sehnt man sich nach etwas Unterhaltung. Aber hey, ich hab ja mein Smartphone mit, damit kann mir gar nicht langweilig werden. Also: Smartphone in die Hand und los geht’s. Mal sehen, was die Zurückgebliebenen in Deutschland so treiben. Aber was ist das? WhatsApp geht ohne Internet ja nicht. Email auch nicht. Okay dann schaue ich einfach mal nach den Nachrichten. Geht auch nicht. Wetter? Fehlanzeige. Shopping? (Haha). Und jetzt? Was geht denn dann?

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8 Kommentar schreiben zu Absatz 8 0 Funktionen eines Smartphones ohne das Internet zu brauchen

9 Kommentar schreiben zu Absatz 9 0 Einige bereits vor dem Kauf installierte Funktionen und Apps auf dem Smartphone sind für die Nutzung im „offline“-Modus gedacht. Darunter zählen: Kalender, Memo, Uhr, Dateien/Galerie, Kamera, Diktiergerät, Kontakte und die gute alte SMS-Funktion. Die von mir am häufig genutzte Funktion war tatsächlich die Memo-Funktion. Diese bot mir, alle meine Ideen und Fragen aufzuschreiben, für später, wenn ich wieder Internet habe. Ebenfalls räumte ich mal ordentlich auf, gruppierte meine Kontakte und löschte Dateien, Bilder oder Videos. Ich bearbeitete Bilder und spielte Spiele mit den Apps, die bereits installiert waren. Aber mehr war dann auch nicht mehr möglich. Mir wurde langweilig und ich ärgerte mich über die Einschränkung. Und dafür hab ich so viel Geld ausgegeben? Ohne Internet ist das Gerät nicht wirklich unterhaltsam. Ich war frustriert und nahm von da an die Zeit in Kauf, die eine WhatsApp Nachricht benötigte, um hoch oder runter geladen zu sein. Oder legte es ganz zur Seite und suchte mir andere Beschäftigungen. Das einig Positive war, dass der Akku mehrere Tage gehalten hat, das kannte ich so gar nicht. Gewöhnlich muss bei der regelmäßigen Nutzung in Deutschland das Gerät spätestens am Abend an eine Steckdose.

10 Kommentar schreiben zu Absatz 10 0 Der Sinn der Nutzung eines Smartphones ohne Internet empfand ich nach meinen Erfahrungen in Afrika als sehr gering. Es brachte mir noch mehr Unterhaltung als es ein altes Mobiltelefon von früher gemacht hätte, aber war in der Umgebung eher unnötig. Ein altes Mobiltelefon, dessen Akku lange hält, dessen Display durch Sonneneinstrahlung (vor allem auf der Südhalbkugel der Erde) noch erkennbar ist und das nicht sofort in seine Einzelteile zerspringt, wenn es runter fällt, ist in Afrika eindeutig sinnvoller, gerade bei den holprigen Straßen, den wenigen Schattenplätzen und den (in manchen Gebieten) nicht vorhandenen Steckdosen.

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12 Kommentar schreiben zu Absatz 12 0 Mobiles Internet für die Nutzung ausreichend?

13 Kommentar schreiben zu Absatz 13 0 Zurück in Deutschland erfreute ich mich an der wiedergewonnen Freiheit zur uneingeschränkten (und für mich auch eher sinnvollen) Nutzung meines Smartphones. Unterwegs immer und überall auf die Funktionen zurückzugreifen und unbegrenzt surfen. Ein Traum! Das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auch zurück in der Heimat musste ich wieder erneut die Grenzen des Smartphones kennenlernen, wenn nicht genügend Datenvolumen zur Verfügung steht. Umzug in eine neue Wohnung, Anschlusstermin für den WLAN-Router erst 2 Monate später. Solange ich das mobile Internet hatte, machte ich mir keine Sorgen. Jedoch merkte ich schnell, was es bedeutet nur 500 MB High-Speed-Datenvolumen zu haben. Diese waren nach 2 Wochen verbraucht und dann ging alles sehr langsam. Erstaunlicherweise funktionierten WhatsApp und die Bahn-App mit gleicher Geschwindigkeit wie vorher, sodass mir meine zwei wichtigsten Funktion erhalten blieben. Aber eben schnell im Internet etwas nachschauen, konnte ich vergessen. Und das gerade am Anfang des Semesters. Anmeldungen in Semesterapparate und Herunterladen der Vorlesungstexte unmöglich. Das musste meine Freundin für mich übernehmen. Wieder einmal spürte ich, wie die Frustration in mir stieg. Es ist schon erstaunlich, dass die Nutzung eines solches Gerätes uns frustrieren kann.

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15 Kommentar schreiben zu Absatz 15 0 Was habe ich gelernt?

16 Kommentar schreiben zu Absatz 16 0 Neben Fristration und einigen Momenten, in denen ich mich über die Technik, fehlende Verbindungen und unerfüllte Versprechungen von Anbietern geärgert habe, sind mir auch einige Erkenntnisse geblieben. Solange ich meine Gedanken nur aufgeschrieben habe, sie aber wegen der fehlenden Internetverbindung noch nicht umsetzen konnte, habe ich mehrfach darüber nachgedacht und diese Gedanken reflektiert. Vieles habe ich anschließend wieder verworfen. Hätte ich die eigentlich ungewollt gewonnene Zeit nicht gehabt, hätte ich die Gedanken wohl nicht reflektiert und schon etwas gekauft, was ich vielleicht gar nicht gebraucht hätte. Des Weiteren habe ich vor allem in Afrika gelernt, dass man viele Dinge erfahren kann, ohne sie im Internet nachzuschauen. Ich habe intensiver und länger in den Tiefen meines Wissens gesucht, um etwas zu finden, oder andere gefragt. Üblicherweise hätte ich schon längst etwas in mein Smartphone getippt, um die Antwort zu finden. Im Nachhinein ist die Zeit gar nicht mehr so frustrierend, wie ich sie in dem Moment empfunden habe. Aber Gewohnheiten abzulegen, ist dann doch nicht so einfach wie man denkt. Daher bin ich froh, inzwischen über den WLAN-Anschluss zu verfügen und uneingeschränkt alle Funktionen meines Smartphones nutzen zu können.

Quelle:https://gibro.de/blogs/medienprojekt1415/?p=496