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Medien = Medium?

1 Kommentar schreiben zu Absatz 1 1 Wie ich in meinem letzten Blog Eintrag schrieb, geht es mir im Umgang mit Neuen Medien vor allem darum eben diese Medien als Vermittler zwischen Inhalt und Individuum zu sehen.
Wie angemerkt,ist diese Definition Medienphilosophisch nicht haltbar.

2 Kommentar schreiben zu Absatz 2 0 Denn: „Von einem „Medium“ – im Verständnis der Medientheorie bzw. Medienphilosophie reden wir, wenn wir den „Raum“ bezeichnen wollen, innerhalb dessen die durch Mittel vermittelte Beziehung überhaupt erst möglich ist.“ (G. Rückriem, Vortrag am Seminar für Grundschulpädagogik der Universität Potsdam S.4) Um ein Beispiel aus dem Vortrag aufzugreifen, kann man einen Fisch nicht ohne das Wasser betrachten, da das Wasser den Lebensraum des Fisches darstellt.

3 Kommentar schreiben zu Absatz 3 0 Natürlich ist dieses Verständnis auf viele digitale Inhalte übertragbar. Ohne „Neue Medien“ gäbe es kein YouTube, so stellt der Computer (natürlich als Synonym für alle Endgeräte mit YouTube Zugang zu sehen) nicht nur den Zugang zu YouTube, sondern auch gleichzeitig den Speicherort und dessen Entstehung oder auch Bedingung.

4 Kommentar schreiben zu Absatz 4 0 Soweit – denke ich – ist das nachvollziehbar und auch durchaus richtig. Nur:

5 Kommentar schreiben zu Absatz 5 1 Wohin führt uns das? Den Computer als natürlichen Lebensraum der YouTube Plattform zu sehen bringt bestenfalls auf metaphorischer Ebene Zugänge die ich nicht beschreiten möchte. Konkret klingt es für mich etwa so, als würde man in der Anleitung zur Kaffeemaschine eigens den Hinweis finden „Anwender sollte sich in erdähnlicher Atmosphäre befinden, da dies der natürliche Lebensraum der Zielgruppe unseres Produkts ist und andernfalls Erstickungsgefahr droht.“

6 Kommentar schreiben zu Absatz 6 1 Würde man sich also die Frage stellen, ob man Kaffee auch auf anderen Planeten, also völlig anderen Rahmenbedingungen genießen kann, wären diese Fragen durchaus von Belang, andernfalls verbaut man sich jede konkrete Auseinandersetzung mit dem eigentlich Thema.

7 Kommentar schreiben zu Absatz 7 1 Also ja: Ohne Computer kein YouTube, aber die zu vermittelnden Inhalte existieren trotzdem völlig außerhalb einer digitalen Realität, auch wenn sie durch die Digitalisierung den Computer zur Wiedergabe brauchen, können wir doch etwas über die Qualität oder den Nutzen einer Digitalisierung debattieren und können zu vermittelnde Inhalte auch völlig losgelöst ihrer Digitalität betrachten.

8 Kommentar schreiben zu Absatz 8 0 So könnte man bei einer abgefilmten Vorlesung die Vorteile der Digitalisierung erwähnen, wie z.B. eine Wiederholfunktion oder möglicherweise eine Einblendung von Untertiteln aber auch eventuelle Nachteile entdecken, wie Kommerzialisierung durch Werbung, eventuelles Lampenfieber des Dozenten durch die Kamera, etc.

9 Kommentar schreiben zu Absatz 9 1 Andererseits lässt sich aber auch die Vorlesung nach didaktischen Maßstäben beurteilen. Natürlich kann man auch den Medienphilosophischen Begriff verwenden und annehmen, dass durch die Digitalisierung das Video in ein Format portiert wurde, dass den Computer als Abspielgerät braucht, was letztendlich natürlich den Tatsachen entspricht. Aber zu welchen Fragen führt das?

10 Kommentar schreiben zu Absatz 10 1 Ob der Computer das bestmögliche Abspielgerät ist? Ob es andere Abspielgeräte geben kann? Oder ob das Format richtig gewählt ist?
Wichtig ist dabei zu sehen, dass es sich um zwei völlig unterschiedliche Ansätze handelt. Während der eine Ansatz Digitalisierung als Vermittlung von Inhalten sieht, die extern auf irgendeine Art vorhanden sind (Abgefilmte Vorlesung, Wikipedia, Lernumgebungen wie Moodle, etc.) und damit mit didaktischen und pädagogischen Maßstäben beschrieben und verbessert werden können, hinterfragt der Medienphilosophische Ansatz das Medium an sich und sucht andere Wege, ähnlich der Frage wie Leben aussehen könne, wenn es kein Wasser gäbe, oder es nicht aus Kohlenstoff bestünde, doch sind solche Fragen sehr interdiziplinär und bestenfalls zu einem kleinen Teil der pädagogischen Profession zuzuschreiben… viel mehr der Medienphilosophie.

Quelle:https://gibro.de/blogs/medienprojekt1415/?p=263